Patchwork



Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich (Tolstoi)

Patchworkfamilien sind heute ein ganz alltägliches Familiensystem. Oft funktioniert das Zusammenleben einwandfrei. Aber nicht immer. Die Konflikte, die dabei entstehen können, sind vielfältig. In meiner Arbeit mit Patchworkfamilien konzentriere ich mich auf einen oft vernachlässigten Aspekt:

In der Regel stehen die Kinder im Fokus. Allen Beteiligten ist es besonders wichtig, dass die Kinder unter der neuen Familienkonstellation nicht leiden. Wenig Aufmerksamkeit wird hingegen dem Partner geschenkt, der kinderlos eine Beziehung mit einem Elternteil eingeht.

Im Gegensatz zu traditionellen Kernfamilien, die sich auf relativ neutralem Boden langsam entwickeln können, fehlt bei der neuen Beziehung oft die entscheidende Paarphase, auf der sich ein gemeinsames Wertesystem aufbauen kann. Der Besuch der Kinder des neuen Partners bricht die alltägliche Struktur der neuen Beziehung auf und macht einen drastischen Rollenwechsel erforderlich.

Besonders bei den Vätern entstehen Schuldgefühle. Sie möchten ihren Kindern während der Besuche die größtmögliche Aufmerksamkeit bieten. Die neue Frau an der Seite spielt in diesen Augenblicken nur eine untergeordnete Rolle. Das ist für die “Zweitfrau” sehr belastend, besonders wenn sie selbst keine Kinder hat und Fragen rund um die Erziehung nur theoretisch kennt. Verlustängste wachsen und münden häufig in Überreaktionen.

Viele “Zweitfrauen” können nur sehr schwer eine Beziehung zu den Kindern aufbauen. Denn wenn die Kinder zu Besuch kommen, sind sie quasi schon wieder weg. So wird das Bemühen um eine gute Beziehung erschwert und teilweise sogar unmöglich gemacht.

“Zweitfrauen”, die über ihre Schwierigkeiten mit der neuen Situation sprechen, stoßen in ihrem Umfeld auf wenig Verständnis – für sie gibt es kaum Anlaufstellen.

Ebenso schwierig kann es werden, wenn sich Paare finden, bei denen beide Partner eigene Kinder mit in die neue Beziehung bringen. Vielleicht steht ein Umzug an und damit eine neue Erzieher, neue Umgebung, neue Freunde – soviel Neues braucht Zeit. Die Position des Kindes verändert sich. War es vorher vielleicht das einzige Kind muss es nun teilen. Oder Kinder haben die Trennung der Eltern noch nicht verarbeitet und glauben schlimmstenfalls Schuld an der Trennung der Eltern zu sein. Diese Schuldgefühle übertragen sie dann häufig auf den neuen Partner. Wut, Zorn und Eifersucht sind häufige Reaktionen.

Wenn ein Kind den neuen Partner sympathisch findet, kommt es leider oftmals zu Loyalitätskonflikten. Es fühlt sich als Verräter an der Liebe zu Mutter oder Vater.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, wie Sie souverän mit Ihrer neuen Rolle umgehen und Ihren Platz in Ihrer neuen Familie finden!

 

 

 

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